Posse in drei Akten für 16 Schauspieler

Auf Grund großer Nachfrage wird es am Samstag, 13. Oktober, um 14.30 Uhr eine Zusatzvorstellung der „Pension Schöller“ mit dem „kleinen Stadttheater Gerolzhofen“ geben. Die Hauptrolle spielt Werner Hofmann, bekannt durch Fastnacht von Franken mit dem Duo Hermann und Hermine. Für die zusätzliche Vorstellung am Samstag, 13. Oktober, um 14.30 Uhr ist um 14 Uhr Einlass im Pfarrer-Hersam-Haus. Die ursprünglich geplanten fünf Vorstellungen – die erste ist heute – sind ausverkauft. Karten für die Zusatzvorstellung gibt es im Vorverkauf bis Freitag 13 Uhr bei der Volkshochschule Gerolzhofen Tel. (0 93 82) 9 96 03, danach unter Tel. (0 93 82) 85 02 und an der Tageskasse.

„Pension Schöller“ ist eine Posse in drei Akten von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs, bearbeitet von Silvia Kirchhof für 16 Schauspieler. Über die Autoren dieses 1890 in Berlin uraufgeführten Schwank-Klassikers ist nur wenig bekannt. Beide wurden in Mainz geboren und gehörten demselben Karnevalsverein an. Jacoby – Journalist und nebenher Verfasser zahlreicher Schwänke, Possen und Operntexte – lieferte lediglich die Idee für das Stück, geschrieben hat es Carl Laufs, der aber nichtsdestotrotz stets die Hälfte der Tantieme-Einnahme an Jacoby überwies.

Das Bühnenstück „Pension Schöller“ handelt davon, wie leicht Menschen voneinander glauben, dass sie spinnen. Der wohlhabende Gutsbesitzer Philipp Klapproth aus Franken kann von seiner Schwester Ulrike und deren heiratslustigen Töchtern Ida und Paula kaum von seinen immer neuen und verrückten Einfällen abgehalten werden. Alfred, der mittellose Neffe Philipps, will ein Geschäft eröffnen. Philipp reist zu seinem Neffen nach Wien und sie treffen sich in einem Kaffeehaus, wo sie charmant vom Oberkellner Josef bedient werden. Der Onkel ist bereit, Alfred einen günstigen Kredit zu gewähren – aber nur unter einer Bedingung: Er soll ihm zuvor ermöglichen, eine Irrenanstalt zu besuchen. Alfred ist ratlos. Sein Freund, der Kunstmaler Robert Wagner, schlägt Alfred vor, seinem Onkel die Pension Schöller als Irrenanstalt auszugeben und ihn dorthin zu führen. Alle Pensionsgäste dort sind ohnehin mehr oder weniger mit einem Tick behaftet. Der Onkel sieht nun „durch die Brille des Vorurteils“ alle Bewohner der Pension als „Verrückte“ an und widerspricht niemandem.

Da sind der umtriebige Großwildjäger Bernhardi, die überdrehte Schriftstellerin Sophie Malzpichler, ein stets aufbrausender, ausgemusterter Major, Wally Staudinger, die sich für eine hochbegabte Vortragskünstlerin hält, James-Eduard, Butler aus Berufung, Schöllers Frau Amalie, die verzweifelt einen Schwiegersohn für ihre Tochter Frieda sucht, Leo, Schöllers Bruder, der zwar einen schweren Sprachfehler hat, sich aber doch für einen begnadeten Schauspieler hält, und Wilhelm Schöller selbst, der Pensionsinhaber, der zudem auf Philipp Klapproth durchaus den Eindruck eines echten Irrenhausdirektors macht. Klapproth wähnt sich bei dieser Begegnung tatsächlich im Irrenhaus und flieht auf sein ererbtes Landgut. Als einige Tage später die ganze verrückte Gesellschaft nach und nach zum Schrecken Klapproths im Landhaus auftaucht, ist er überzeugt, dass die Irren der Anstalt entsprungen sind. Er sperrt sie trickreich der Reihe nach im Haus ein und versucht eiligst den Irrenarzt Schöller zu verständigen. Und so nehmen die Verwicklungen ihren unvermeidlichen Lauf.

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