DU MUSST DRAN GLAUBEN

 

Luther, Echter und Gerolzhofen

Standpunkt: Die Wucht der Szenen

Die schönen Tage in Gerolzhofen sind nun zu Ende. So möchte man in Anlehnung an Friedrich Schillers Anfangszeile aus „Don Karlos“ sagen. Zehn Tage lang mutete die sonst so leere Stadt am Abend an wie ein großer Festspielort. Hunderte von erwartungsfrohen Menschen strömten schon lange vor Spielbeginn an den Aufführungsorten zusammen.

Stunden später war klar: Das Ensemble des Kleinen Stadttheaters hatte alle Erwartungen erfüllt mit einer perfekten und professionellen Inszenierung eines Themas, das in der heutigen Zeit nicht unbedingt „in“ ist.

 

Gewiss sind einige erst einmal nur wegen der Inszenierung und der besonderen Form des Wandeltheaters gekommen, nicht wegen des Themas. Aber auch sie wurden durch die Wucht der Szenen in das Geflecht von Macht, Glaube und Religiosität hineingezogen, ob sie wollten oder nicht.

 

Wie sehr „Du musst dran glauben – Luther, Echter und Gerolzhofen“ die Menschen persönlich ansprach, war vor allem in den Pausengesprächen zu erkennen. „Ich habe das auch noch erlebt“, war oft zu hören, wenn es um den feindseligen Umgang von Katholiken und Protestanten bis vor wenigen Jahrzehnten ging.

 

Die Menschen unterhielten sich über eine Sache, die sonst mehr und mehr aus dem Alltag verschwindet – die Religion. Sie erlebten, welche fürchterlichen Vorgänge im Namen der Religion geschehen können. Sie erlebten aber auch das positive Verständnis von Religion, das nicht von Ausgrenzung und Niedermachen des Andern, sondern von Barmherzigkeit und versöhnlicher Toleranz geprägt ist. Das aufgezeigt zu haben, ist wohl das größte immaterielle Verdienst des Kleinen Stadttheaters.

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© Silvia Kirchhof