Fräulein Schmitt

und der Aufstand der Frauen

 

Artikel die in der Mainpost erschienen sind:

Ein Käfig voller Helden

04.09.2015 Foto: Matthias Endriß

Die Dinge nehmen ihren Lauf: Felix Raab (Udo Reuß) bringt die von den Frauen vehement geforderte weiße Fahne auf den Marktplatz.

04 September 2015 Artikel de Mainpost

„Eine Glorifizierung ist nicht mehr zeitgemäß“

Theaterdonner: Hier nur Inszenierung, vor 70 Jahren aber tödlicher Ernst: Stadtkämmerer Xaver Schieber (Anton Hauck) versucht, dem stellvertretenden Kreisleiter Lukas (Philip Errington) die Pistole zu entreißen. Foto: Matthias Endriß

09 August 2015 Artikel der Mainpost

Fräulein Schmitt ist auch ein Fall für das Fernsehen

Sendungsbeiträge vom Schweinfurter Sender TVtouring

 

Bayerisches Fernsehen

Gespräch mit Zeitzeugen: Brigitte Hausner und Kameramann Alfred Grein vom Bayerischen Fernsehen sprachen anlässlich der ... Foto: Matthias Endriss

10 000 Euro für die Kultur

24.02.2016 Foto: Matthias Endriß

5000 Euro gab es von der Kulturförderung des Landkreises für die Theateraufführung „Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen“ in Gerolzhofen.

Leser-Forum: Die Gesellschaft in ihren Nuancen abgebildet

Zum Artikel „Zentrale Gestalten haben nur schwaches Profil“ vom 8. September:

Norbert Finster findet einige sehr schöne und folgerichtige dramaturgische Parallelen zwischen Roman Rauschs „Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen“ und Max Frischs „Andorra“. Die Frage, welche Figur wie scharf umrissen wurde oder umrissen hätte werden müssen, stellte sich mir als Zuschauer jedoch nicht.

Wer Fräulein Schmitt war und was sie motivierte, war für den Autor Roman Rausch gemäß seiner Äußerung im Programmheft für ihn selbst ein großes, wenn nicht das größte Leitmotiv. Auch diese Frage hat mich als Betrachter nur am Rande interessiert.

Ich entstamme einer Generation, die den Krieg nur aus den Nachrichten oder Hollywood kennt. Ersteres macht mich persönlich selten betroffen, Letzteres ist immer heroisch überhöht. Für mich lag die Leistung der Welturaufführung „Fräulein Schmitt und der Aufstand der Frauen“ darin, Menschen kurz vor, während und nach eines Regimewechsels zu zeigen. Schmitt, Hersam und Zrenner fungieren als Exempel, die eine Gesellschaft abbilden, die damals wie heute so viele Nuancen wie Individuen besitzt.

 

Es ist auch nicht wichtig, einen jeden Gedankengang von Regie und Darstellern zu verstehen. Dieses Theaterstück verkürzte jahrelange Prozesse (im doppeldeutigsten Sinn) auf wenige Stunden. Heute lässt sich trotz umfangreichster Recherchen nicht mehr alles nachvollziehen, geschweige denn szenische umsetzen.

Unabhängig vom großen dokumentarischen Ergebnis, das Professor Rainer Leng durch seine Arbeit erreichte, funktionierte die Inszenierung über eine naturalistisch-sphärische Handschrift der Regisseurin Silvia Kirchhof. Diese wird sowohl ersichtlich in den zeitgenössischen Kostümen, als auch in den Filmsequenzen, die den Originalschauplatz und damit die Bühne immer wieder mit dem großen Rahmen des endenden Weltkrieges und dem Geschehen an der der Front in Beziehung setzten.

Um die Eindringlichkeit des gefährlichen Hissens der weißen Fahne zu erhöhen, war es notwendig, dass der invalide Wehrmachtsoldat, der eben danach verlangte, erschossen wurde.

Die hunderten Frauen des Aufstandes sowie Aufmärsche der Hitler-Jugend durch eine Unmenge an Komparsen darzustellen, machte die damaligen Gegenwart heute gegenwärtig.

Vor allem vor der Pause des Stückes ist der Tod omnipräsent. Für die Bewohner Gerolzhofens blieb nur die Wahl zwischen der Erschießung durch die Nazis, wenn sie die weiße Fahne aufhängten, oder von den Amerikanern zerbombt zu werden, wenn sie genau das nicht täten. Eine Wahl, bei der einem bange werden muss.

Wird das Sterben durch die Waffen der SS und SA vielfach angedroht, bekommt es durch die um ihren Sohn, der mit der HJ ausrücken muss Gerolzhofen zu verteidigen, weinende Mutter (Sabine Walter) oder eine sich in auswegloser Todesangst am Boden windenden Josefine Schmitt (Brigitte Wozniak) ein Gesicht.

Es geschah während der Samstagabendvorstellung völlig ungeplant, nachdem das Publikum vor einem plötzlichen Platzregen in der Kirche Schutz gesucht hatte: Amerikanische GIs und Naziuniformen sangen gemeinsam mit dem Publikum „We shall overcome […] we shall live in peace“ von Joan Baez und setzten die eigentliche Pointe eines jeden Dramas um den Krieg: diesen zu überwinden – für den Frieden.

Christine Fritz,

92224 Amberg

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© Silvia Kirchhof