Katrin und der schwedische Obrist

Ein Dorf wehrt sich gegen Plünderer

38 Akteure auf der Bühne dazu das übliche Personal in der Technik und hinter der Bühne und sechs restlos ausverkaufte Vorstellungen – das Frankenwinheimer Theaterprojekt „Katrin und der schwedische Obrist“ hat beeindruckende Zahlen vorzuweisen. Die guten Vorzeichen wurden nun in der Premiere des Stücks bestätigt.

Regisseurin Silvia Kirchhof und ihrer Assistentin Monika Freiberger ist es gelungen, das große Team von Laiendarstellern auf ein professionelles Niveau zu bringen. Zum positiven Gesamteindruck trugen auch die ausgefeilte Licht- und Tontechnik, das stimmige Bühnenbild und die Ausstattung bei.

 

Echte Soldaten

Und natürlich waren alle Darsteller mittelalterlich gekleidet und passend geschminkt und frisiert. Denn das Stück spielt zur Zeit des 30-jährigen Krieges. Ein Schwedenheer fällt plündernd in Frankenwinheim ein. Der Clou der Aufführung ist, dass das Schwedenheer von richtigen Soldatinnen und Soldaten gespielt wird: Sie kommen von der Volkacher Patenkompanie der Bundeswehr und sind mit offensichtlicher Spielfreude und schauspielerischem Talent dabei.

27.09.2013 Foto: Stefan Polster

Leben oder Tod? Die Frankenwinheimer sind entschlossen den Obristen zu hängen. Doch ein alter Brauch könnte ihm das Leben retten. Wird es dem Pfarrer und Katrin gelingen, sie zu überzeugen?

In über sechs Monaten Vorbereitungszeit mit Schauspielunterricht, fränkischem Sprachunterricht, Kostümfindung und -schneiderei entstand eine Gruppe, die in das große Ziel viel Arbeit, Engagement und Herzblut investiert hat.

 

Alle Premierengäste waren sich einig, dass sich der große Aufwand gelohnt hat. Bürgermeister Robert Finster lobte alle Beteiligten und dankte ihnen für ihren Einsatz. Selbstironisch gab er zu, dass er zu Beginn nicht an den großen Erfolg geglaubt habe. Es sei ihm aber wichtig gewesen, dass eine Kommune nicht nur für Kindergärten und Kanäle Mittel zur Verfügung stellt, sondern auch die Kultur fördert – sonst gehe die Leichtigkeit im Leben verloren, meinte er.

 

Entscheidung für die Optik

Autor Fritz Röll war sichtlich gerührt, auch wenn er den Inhalt des Stückes natürlich schon kannte. In einer launigen Rede dankte der 81-Jährige allen Akteuren und erklärte dem Bürgermeister, dass die Rolle der couragierten und toleranten Katrin zwar vom Wesen her gut zu ihm gepasst hätte, doch die Optik für Alexandra Detsch den Ausschlag gegeben habe.

Im Stück geht es im Wesentlichen darum, dass ein Schwedenheer unter der Führung des Obristen Vorbusch versucht, Frankenwinheim zu überfallen, aber die Bevölkerung widersetzt sich den Soldaten und muss dann unter den eindringenden Schweden leiden. Scheunen werden abgebrannt, Keller geplündert und die Einwohner misshandelt. Jahre später wollen die Frankenwinheimer dann bittere Rache nehmen, als sie den Befehlshaber der Schweden in die Finger bekommen.

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine selbstbewusste junge Frau namens Katrin, die von der erwähnten Alexandra Detsch mit viel Einfühlungsvermögen, fränkischer Textsicherheit und „Kuraasch“ dargestellt wird. Sie bewahrt das Dorf vor größerem Schaden, indem sie mutig an das Ehrgefühl des Obristen appelliert. Sie rührt damit nicht nur das Herz von Alexander Vorbusch, sondern auch das der Theaterbesucher und sorgt für Gänsehautmomente mit eindringlichen Texten und Liedern.

 

Profi lobt Laien

Die männliche Hauptrolle des Obristen Vorbusch ist mit dem Profischauspieler Horst Kiss besetzt. Er brachte als Co-Regisseur auch viele Ideen ein und fungierte als schauspielerisches Vorbild für die Laiendarsteller. Für diese hatte der Profi viel Lob und Respekt übrig – auch wenn die Vorbereitung viel Zeit kostete.

In den Nebenrollen glänzten engagierte und originelle Schauspieltalente aus der heimischen Bevölkerung. Sie steuerten immer wieder fränkische Redewendungen mit viel Sprachwitz bei und gewannen so dem eigentlich ernsthaften und dramatischen Stück auch komische Seiten ab.

Die musikalische Regisseurin, Silvia Kirchhof, hatte natürlich auch ein paar Lieder aus der damaligen Zeit in das Stück eingebaut. Sie erzählen auch heute noch vom harten Leben der Menschen und gehen zu Herzen.

Mit viel Freude und Eifer sammelten darüber hinaus auch mehrere Frankenwinheimer Kinder erste Bühnenerfahrung und konnten während der Proben so mache typische Redewendung im Dialekt aufschnappen.

 

Akteure

Frankenwinheimer Bevölkerung: Arnold Sendner, Albert Hein, Ingeborg und Karlheinz Stöcklein, Karl Weikert, Egon Sperling, Andreas Hohmann, Josef Mößlein, Michael Weber, Cornelia Auer-Maier, Sabine Walter, Gabriele Götz, Elvira Burger, Stefanie Dülk, Scotty Riggins sowie Herbert Strasser;

Frankenwinheimer Kinder: Celina Stöcklein, Yannis, Eliah, Marilina und Denise Walter, Steven Detsch, Dominic Hohmann sowie Paulina Maier;

Hauptdarsteller: Alexandra Detsch (als Katrin) und Horst Kiss (als Obristen Vorbusch);

Soldaten: Jörg Ewers, Julia Stadler, Jan Graichen, Thomas Felber, Steffen Schneevoigt, Jan Müller, Alexander Müller, Theerayut David, Christine Wolf, Stefan Biel und Florian Slupecki;

Regie und Assistenz: Silvia Kirchhof, Monika Freiberger und Horst Kiss;

Technik und Helfer hinter der Bühne: Katja Hohmann, Klaus Müller, Margot Kirchhof, Sabina Gassner, Kristina Schubert, Anna-Sophia Schemm, Gabi Kirchhof, Andrea Kindenberger, Kurt Helbig und Anni Barthelme.

Frankenwinheim spielt seine eigene Geschichte

 

Der Heiner ruft: „Die Schweden kommen.“ Schreckensrufe hallen durch das Begegnungszentrum und die Dorfbevölkerung ist in Aufruhr. Es geht bereits in die Endphase der Proben für das Theaterstück „Katrin und der Schwedische Obrist“.

Regisseurin Silvia Kirchhof ist mit dem bisherigen Verlauf der Vorbereitungen sehr zufrieden und die Frankenwinheimer Laienschauspieler sind mit Feuereifer dabei.

Das Stück spielt in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, also zwischen den Jahren 1618 und 1648. Hier ging es vor allem um eine Vormachtstellung in Europa. Ende des 16. Jahrhunderts hatten sich vor allem dynastische und wirtschaftliche Verbindungen gebildet, die auch in Rivalitäten ausarteten. Landesfürsten, Reichsstände und der Kaiser standen sich zunehmend auch in konfessionellen Blöcken feindlich gegenüber. Bereits 1608 hat sich die protestantische Union gegründet, der im Jahr 1609 die katholische Liga folgte. Auslöser für den Krieg war der sogenannte zweite Prager Fenstersturz nach dem sich eine militärische Kettenreaktion in Gang setzte. Im Jahre 1630 griff der Schwedische König Adolf II. auf Seiten der Protestanten in den Krieg ein.

Das Dorf wehrt sich

Die Schweden sicherten die protestantische Vormachtstellung 1631 und besetzten danach auch Thüringen und Franken. Das schwedische Heer, welches hauptsächlich aus angeworbenen Söldnern bestand, verbreitete in Franken durch seine Plünderungen und Verwüstungen Angst und Schrecken. Um die Truppen mit Nahrung zu versorgen, durchkämmten kleinere Einheiten die Landstriche. Und hier kommt der historische Kern des Theaterstückes ins Spiel.

Eines dieser kleinen schwedischen Söldnerheere fiel auch über Frankenwinheim her. Um diesen historischen Kern wob der Autor Fritz Röll eine dramatische Handlung. Der Schwedentrupp um Obrist Vorbusch kommt vor die Tore Frankenwinheims und findet diese verschlossen vor. Das Dorf wehrt sich und verweigert den Schweden den Einlass. Die Söldnertruppe erzwingt sich den Zutritt und der Obrist lässt als Strafe daraufhin die Tore, welche die Anwohner vor Gesindel in der Nacht schützen soll, niederreißen.

Mutiges Mädchen

Das Dorf wird geplündert und das Vieh mitgenommen. Ein mutiges Mädchen kratzt an der Ehre des Obristen Vorbusch und kann dadurch Nachstellungen der Söldner gegenüber dem „Weibervolk“ verhindern.

Jahre später kommt der Obrist durch den Krieg gezeichnet als verkleideter Mönch zurück in das Dorf, um das mutige Mädchen wiederzusehen. Dabei wird er erkannt und die Dorfbevölkerung schwelgt im Zorn über die Erniedrigungen und den Raub der Nahrungsmittel. Der Obrist soll aufgeknüpft werden – ob es wohl ein glückliches Ende nimmt?

 

Die Aufführungen finden von Donnerstag, 26. September, bis Montag, 30. September, jeweils um 19.30 Uhr im Begegnungszentrum neben der Kirche in Frankenwinheim statt. Für Senioren und Kinder ist vor allem die Aufführung am Sonntag, 29. September, um 15 Uhr gedacht. Für diese Aufführung fährt auch ein Bus aus Gerolzhofen nach Frankenwinheim. Abfahrt ist um 14.15 Uhr am Wohnstift, um 14.17 Uhr bei der Firma Zink und um 14.20 Uhr vor der Post.

Der Kartenvorverkauf beginnt am Montag, 19. August, bei der Raiffeisenbank Frankenwinheim und der VHS in Gerolzhofen.

Der Vorhang ist gefallen

 

Bürgermeister Robert Finster war noch einmal zur letzten Vorstellung des Theaterstücks „Katrin und der schwedische Obrist“ erschienen und hatte extra sein Goldenes Buch mitgebracht, um alle Schauspieler darin zu verewigen. Er lobte Regisseurin Silvia Kirchhof mit ihrer Assistentin Monika Freiberger für ihren großen Einsatz und die sechs wundervollen Vorstellungen.

Erfreut zeigte sich Finster über die großartige Leistung des Ensembles, das viel Zeit für die Proben geopfert habe. Anerkennung zollte er auch der Patenkompanie aus Volkach, die ebenfalls mit hohem Engagement bei der Sache war. Hier hob er besonders hervor, dass nicht nur Mannschaftsgrade dabei waren, sondern das Projekt auch von den Führungskräften tatkräftig unterstützt wurde. Dies zeigte sich darin, dass unter den Schauspielern auch Hauptmann Jan Müller und der „Spieß“ der Patenkompanie, Jörg Ewers, waren.

Für die Gemeinde sei dies eine hervorragende Werbung gewesen und er habe von allen Seiten nur positive Rückmeldungen erhalten, fügt Finster an.

Nach der letzten Vorstellung traf sich das gesamte Ensemble zu einem Abschlussessen in der Gastwirtschaft Kraus. Hier lobte Profischauspieler Horst Kiss die große Hilfsbereitschaft und Kameradschaft unter den Schauspielern. Er habe es in seiner langen Laufbahn noch nie erlebt, dass es keine Neider unter den Schauspielern gab. Dies war eine besondere Erfahrung dieser wundervollen Truppe, fügte er an.

Silvia Kirchhof verteilte in Anlehnung an die Goldenen Palmen beim Festival in Cannes ein Silbernes Schwert an Karlheinz und Ingeborg Stöcklein einerseits für die besondere Unterstützung und Organisation hinter der Bühne und andererseits für ihren großartigen Auftritt. Mit ihren trockenen Kommentaren brillierte Katja Hohmann bei den Proben und erhielt ebenfalls hierfür ein Silbernes Schwert. Von der ganzen Schauspieltruppe erhielt Silvia Kirchhof als Dankeschön einen Gutschein für einen Burlesque-Kurs, für Monika Freiberger gab es einen Essensgutschein und für Katja Hohmann und Ingeborg Stöcklein einen Blumenstrauß.

Von der Gemeinde bekamen alle Schauspielerinnen Blumensträuße, die Schauspieler einen Wein und die Kinder Süßigkeiten und einen Kinogutschein. Großes Lob gab es auch für das Team von Herbert Fröhlich von der Kirchenverwaltung, das während der Spieltage für die Verpflegung der Zuschauer in der Pause und nach dem Auftritt gesorgt hatte.

Bis tief in die Nacht feierte die ganze Truppe und ließ nochmals ihre Proben und Auftritte Revue passieren.

ürgermeister Robert Finster war noch einmal zur letzten Vorstellung des Theaterstücks „Katrin und der schwedische Obrist“ erschienen und hatte extra sein Goldenes Buch mitgebracht, um alle Schauspieler darin zu verewigen. Er lobte Regisseurin Silvia Kirchhof mit ihrer Assistentin Monika Freiberger für ihren großen Einsatz und die sechs wundervollen Vorstellungen.

Erfreut zeigte sich Finster über die großartige Leistung des Ensembles, das viel Zeit für die Proben geopfert habe. Anerkennung zollte er auch der Patenkompanie aus Volkach, die ebenfalls mit hohem Engagement bei der Sache war. Hier hob er besonders hervor, dass nicht nur Mannschaftsgrade dabei waren, sondern das Projekt auch von den Führungskräften tatkräftig unterstützt wurde. Dies zeigte sich darin, dass unter den Schauspielern auch Hauptmann Jan Müller und der „Spieß“ der Patenkompanie, Jörg Ewers, waren.

Für die Gemeinde sei dies eine hervorragende Werbung gewesen und er habe von allen Seiten nur positive Rückmeldungen erhalten, fügt Finster an.

Nach der letzten Vorstellung traf sich das gesamte Ensemble zu einem Abschlussessen in der Gastwirtschaft Kraus. Hier lobte Profischauspieler Horst Kiss die große Hilfsbereitschaft und Kameradschaft unter den Schauspielern. Er habe es in seiner langen Laufbahn noch nie erlebt, dass es keine Neider unter den Schauspielern gab. Dies war eine besondere Erfahrung dieser wundervollen Truppe, fügte er an.

Silvia Kirchhof verteilte in Anlehnung an die Goldenen Palmen beim Festival in Cannes ein Silbernes Schwert an Karlheinz und Ingeborg Stöcklein einerseits für die besondere Unterstützung und Organisation hinter der Bühne und andererseits für ihren großartigen Auftritt. Mit ihren trockenen Kommentaren brillierte Katja Hohmann bei den Proben und erhielt ebenfalls hierfür ein Silbernes Schwert. Von der ganzen Schauspieltruppe erhielt Silvia Kirchhof als Dankeschön einen Gutschein für einen Burlesque-Kurs, für Monika Freiberger gab es einen Essensgutschein und für Katja Hohmann und Ingeborg Stöcklein einen Blumenstrauß.

Von der Gemeinde bekamen alle Schauspielerinnen Blumensträuße, die Schauspieler einen Wein und die Kinder Süßigkeiten und einen Kinogutschein. Großes Lob gab es auch für das Team von Herbert Fröhlich von der Kirchenverwaltung, das während der Spieltage für die Verpflegung der Zuschauer in der Pause und nach dem Auftritt gesorgt hatte.

Bis tief in die Nacht feierte die ganze Truppe und ließ nochmals ihre Proben und Auftritte Revue passieren.

06.10.2013 Foto: Stefan Polster

Regisseurin Silvia Kirchhof erhielt nach der Premiere von Bürgermeister Robert Finster einen wundervollen Blumenstrauß. Autor Fritz Röll (rechts) beobachtet das Ganze mit einem Lächeln.

"Frankenwinheim hat Geschichte geschrieben"

Zur Aufführung von „Katrin und der schwedische Obrist“ (Bericht vom 28. September, Seite 25):

 

Meine Frau Anna und ich waren bei der Premiere des Mundartstücks, das im Jahr 1632 spielt, im schmucken und neu erbauten Begegnungszentrum als herrlichem Ambiente. Wir waren von dieser Aufführung regelrecht begeistert – deshalb unser Respekt, unsere Anerkennung und unser größtes Lob.

 

Das erste Lob geht an die Mitwirkenden aus meiner Heimatgemeinde Frankenwinheim, die mit viel viel Herzblut und großer Begeisterung dabei waren. Man spürte, dass sie dies sehr sehr gerne gemacht haben.

Unbedingt herausheben möchten wir ich die beiden Hauptdarsteller. Dies waren zum einen eine starke Alexandra Detsch, die mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen die Katrin darstellte, und zum anderen der Schauspieler Horst Kiss, der als Profi den schwedischen Obristen darstellte. Es war eine Augenweide, ihm zuzusehen und zuzuhören.

 

Das zweite Lob geht an die überaus charmante Silvia Kirchhoff, die gekonnt Regie führte und bei allen Proben dabei war. Ganz einfach genial.

 

Das dritte Lob geht an den Autor Fritz Röll mit seiner lieben Frau, der sich auch beim Empfang durch die Gemeinde in bewegenden Worten sehr zufrieden und glücklich äußerte, dass sein Werk so gut angekommen ist.

 

Das vierte Lob geht an die Soldaten der Bundeswehr, die eine große Bereicherung waren. Sie waren ganz einfach Spitze.

 

Das fünfte Lob geht an die Gemeinde mit Bürgermeister Robert Finster und dem Gemeinderat, dass sie dieses großartige Werk in jeder Beziehung unterstützt haben, und auch an die vielen Sponsoren.

Frankenwinheim hat mit dieser Geschichte wahrlich Geschichte geschrieben. Wir sagen danke, danke und nochmals danke.

 

Waldemar und Anna Sperling,

97447 Frankenwinheim

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