Das "Kleine Stadttheater Gerolzhofen"

Freies Amateurtheater unter der Leitung von  Silvia Kirchhof

Regisseurin aus Leidenschaft

"Das klappt doch nie!“, bekam Silvia Kirchhof zu hören, als sie 2010 erklärte, sie wolle in Gerolzhofen (Lkr. Schweinfurt) eine Theatergruppe auf die Beine stellen. „Wer soll denn da kommen? Hier ist doch nix los!“ Kirchhof verschenkte keine Sekunde an Zweifel. „Das klappt“, sagte sie sich und legte los.

Knapp vier Jahre später. Kirchhofs „Kleines Stadttheater Gerolzhofen“ – mit einer Mischung von Amateur-Schauspielern und Profis – ist bei den Gerolzhöfern so beliebt, dass die Vorstellungen immer ausverkauft sind. Von Anfang an. Selbst aus Schweinfurt und Würzburg kommen die Zuschauer zu den Aufführungen.

 

Silvia Kirchhofs Engagement für eine professionellen Qualitätsansprüchen genügende Theaterkultur ist längst zu einem festen und gern gesehenen Bestandteil des Gerolzhöfer Kulturlebens geworden.

 

Die Idee für ein Theaterensemble kam Silvia Kirchhof, als sie bei Festspielen im Landkreis Würzburg ein Theaterstück mit einer Truppe aus Österreich sah. „So etwas müsste es bei uns auch geben“, dachte sie. Sie wusste, es würde ihr Spaß machen, mit einem Theaterensemble zu arbeiten. Kurz überlegte sie, ob sie in der Schweinfurter Kulturwerkstatt Disharmonie anfangen sollte, dann sagte sie: „Nö, ich versuch's mal in Geo.“

 

Keine abwegige Idee. Kirchhof hat privat viel Schauspielunterricht genommen und eine Gesangsausbildung bekommen. Seit mehreren Jahren steht sie als hauptberufliche Chanson-Sängerin (Duo „Café Sehnsucht“) auf Kleinkunstbühnen im deutschsprachigen Raum. Als ausgebildeter Klinikclown ist sie in allen Würzburger Kinderkliniken und im Schweinfurter Leopoldina-Krankenhaus regelmäßig zu Besuch. Kirchhof wollte ihre künftigen Zuschauer mit Qualität überzeugen. Daher legte sie von Anfang an klare Vorgaben fest:

 

Die Theatergruppe ist für alle Bürger offen und kostenlos. Wer neu dazukommt, absolviert bei Kirchhof sechs bis acht Wochen Schauspielunterricht. Ein Casting entscheidet, wer eine Rolle bekommt. Bei jedem Stück gesellen sich zu den Amateur-Schauspielern ein bis zwei Profi-Schauspieler. Auch das Drumherum – Kostüme, Maske, Technik oder Grafik für das Programmheft – wird von Profis übernommen.

 

Das erste Stück, „Das große Welttheater Gerolzhofen“ (2010), kam so gut an, dass Kirchhof beschloss, weiterzumachen. Das Ensemble bekam den festen Namen „Kleines Stadttheater Gerolzhofen“. Es folgten ein lyrisch-poetischer Abend (2011), die Komödie „Pension Schöller“ (2012), das Werk „Nathan der Weise“ (2013) und das Historienstück „Katrin und der schwedische Obrist“ mit dem Theaterensemble Frankenwinheim.

Inzwischen ist das „Kleine Stadttheater“ Teil des Historischen Vereins Gerolzhofen.

2014 arbeitete  ein Teil des Ensembles am Stück „Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies“. Es gab 11 Aufführungen Anfang April 2014 in der Spitalkirche.

Silvia Kirchhof arbeitet bei jedem Theaterstück mit Bürgern aus Gerolzhofen und jeweils einem professionellen Schauspieler.

 

Für 3.-6. September kann man Großes erwarten: Freilichttheater am Originalschauplatz / Marktplatz.

Frl. Schmitt und der Aufstand der Frauen. Drama mit grotesken Zügen von Roman Rausch.

 

„Das Ensemble ist klasse“, sagt Silvia Kirchhof. Es sei toll zu sehen, wie sich die Schauspieler entwickeln. Das Theater funktioniere nur, weil alle an einem Strang ziehen. Sie sehe, wie Menschen unterschiedlicher Berufsfelder auf einmal zusammen wachsen, wie Freundschaften entstehen.

 

Leben könne man von so einer Arbeit nicht, sagt sie. Sie hofft aber, dass in Zukunft ein kleiner regelmäßiger Zusatzverdienst daraus wird. Im Vordergrund stehe jedoch nach wie vor die Arbeit mit den Menschen für Menschen. „Solange ich es kann, mache ich weiter“, sagt sie.

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